Wir wurden gefragt, ob wir denn mal unsere Meinung zum Öffnungs- oder Antriebs-Paradoxon der Luger abgeben können. Damit sind natürlich vor allem die Ausführungen der Parabellum-Pistole von George Luger gemeint, dessen bekannteste aber nicht einzige Ausführung der P-08 ist.
13 April 2026
Das große Rätsel um den Verschluss der Luger Pistole P-04
12 Januar 2023
Waffenfunktion: Direkter Gasdrucklader mit Kniegelenk Masseverschluss
Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch direkten Gasdruck, verriegelt durch Kniegelenk Masseverschluss. Eingesetzt bei der ERMA KGP-68.
![]() |
| Kinematik: Direkter Gasdrucklader, Masseverschluss Kniegelenk |
Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in Ruheposition. Das Kniegelenk (grün) ist überknickt, das mittlere Gelenk befindet sich über die gedachten Laufseele.
Bild 2: Der Schuss bricht, der durch die Umsetzung des Treibmittels entstandene Gasdruck treibt das Geschoss aus der Patronenhülse heraus in den Übergangskonus des Laufes. Tritt das Geschoss in der Übergangskonus ein, ist der Gasdruck in der Lage, die Patronenhülse nach hinten zu schieben. Da diese vom Verschlusskörper (rot) abgestützt wird, wird dieser ebenfalls nach hinten getrieben. Der nur kraftschlüssig verriegelte Verschluss (rot) tritt seine Rückwärtsbewegung an und überträgt diese auf den Kniehebel (grün).
Bild 3: Da der Kniehebel (grün) bereits nach oben hin eingeknickt ist, möchte er sich weiter in diese Richtung öffnen und ist dazu auch in der Lage. Bei seiner weiteren Einknickung, muss lediglich seine Masseträgheit überwunden werden.
Bild 4: Da die Masse des Geschosses geringer ist als die Summe der Massen von Verschluss (rot) und Kniehebel (grün), kann das Geschoss den Lauf verlassen, bevor sich der Verschluss über die Sicherheitsstrecke der Patronenhülse hinaus öffnen kann.
Bild 5: Das Geschoss hat den Lauf der Waffe verlassen, der Verschluss hat aber in den vorherigen Phasen genug Bewegungsenergie aufnehmen können, um sich durch das Beharrungsvermögen seiner Masse vollständig öffnen zu können.
Grundlagen:
Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen, Karel Krnka, 1902
Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik, Robert Weisz, 1912
Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr, C. Cranz, 1926
Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick, Jaroslav Lugs, 1956
Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch, Dr. R. Germershausen, 1977
Waffenlehre - Grundlage der Systemlehre, Wolfgang Pietzner, 1998
Verschlusssysteme von Feuerwaffen, Peter Dannecker, 2016
Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book, Julian S. Hatcher, 1948
The Machien Gun Analysis of Automatic Fiering Mechanims, Georg M. Chinn ,1955
Engineering Design Handbook Automatic Weapons, USA Materiel Command, 1970
Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Genehmigung von:
29 Dezember 2022
Waffenfunktion: Direkter Gasdrucklader mit einfachem Masseverschluss
Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch direkten Gasdruck, verschlossen durch einfachen ungebremsten Masseverschluss. Eingesetzt bei IMI Uzi, Walther PP, oder PM Makarow.
![]() |
| Kinematik Direkter Gasdrucklader, Masseverschluss |
Bild 2: Der Schuss bricht, die bei der Verbrennung der Treibladung entstehenden Pulvergase wirken zu allen Seiten hin. Der auf den Seelenboden der Patronenhülse wirkende Druck kann nichts ausrichten, da die Hülse zu seinem Zeitpunkt noch ein geschlossenes System bildet. Würde man zumindest erwarten. Da das Geschoss, mittels seiner Masseträgheit dem Gas jedoch ein temporäres Gegenlager bietet, drückt das Gas zeitglich die Patronen Hülse nach hinten und das Geschoss nach vorne. Die zu den Seiten hin wirkenden Pulvergase sorgen für die Liderung des Patronenlagers gegen das rückwärtige austreten von Pulvergasen. Die auf den Geschossboden wirkenden Pulvergase treiben das Geschoss aus der Hülse hinaus in den Lauf.
Bild 3: Das Geschoss tritt in den Übergangskonus ein. Da die Hülse nun kein geschlossenes System mehr darstellt, ist der Gasdruck nun in der Lage. Die Patronenhülse als Hohlkolben nach hinten zu treiben. Da diese vom Verschluss (rot) abgestützt wird, überträgt sich die Rückwärtsbewegung auf den Verschlusskörper. Da der Verschluss kraftschlüssig verriegelt ist, beginnt er darauf sofort mit einer Rückwärtsbewegung.
Bild 4: Da der Verschluss durch eine Masse eine größere Trägheit aufweist als das Geschoss, bewegt er sich langsamer nach hinten als das Geschoss nach vorne. Durch diesen Nachteil, wird das Geschoss den Lauf der Waffe bereits verlassen haben, bevor die Hülse über ihre Sicherheitsstrecke hinaus ausgezogen sein wird.
Bild 5: Das Geschoss hat den Lauf der Waffe verlassen, worauf der Druck im Lauf schlagartig abfällt. Sobald dies passiert ist, kann sich der Verschluss gefahrlos komplett öffnen, ohne die Waffe zu gefährden. Der Rücklauf des Verschlusses wird durch sein Beharrungsvermögen bewerkstelligt, sprich durch die von ihm aufgenommene Bewegungsenergie während der vorherigen Phasen.
Grundlagen:
Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen von Karel Krnka, 1902
Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik von Robert Weisz, 1912
Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr von C. Cranz, 1926
Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick von Jaroslav Lugs, 1956
Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch von Dr. R. Germershausen, 1977
Waffenlehre – Grundlage der Systemlehre von Wolfgang Pietzner, 1998
Verschlusssysteme von Feuerwaffen von Peter Dannecker, 2016
Ergänzungsband 1 von Peter Dannecker, 2020
Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik von Thomas Enke, 2021
Hatcher’s Notebook, A Standard Reference Book von Julian S. Hatcher, 1948
The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism von Georg M. Chinn ,1955
Engineering Design Handbook Automatic Weapons vom USA Materiel Command, 1970
Assault Rifle Development of the Moddern Military Rifle von Popenker & Williams, 2004
Tactical Small Arms of the 21st Century von Charles Cutshaw, 2006
Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Genehmigung von:


.png)
.png)