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26 April 2022

Wie nennt man Waffen, bei denen man nach jedem Schuss "Nachladen" muss?

Mir wurde diese Frage gestellt und nach der Aussage des Steller ist sie relativ dringen, deswegen hier kurz und knapp.

Als erstes kann man das "Nachladen" auf zwei Arten interpretieren.
  • Erstens das Nachladen einer Patrone aus dem Magazin der Waffe
  • Zweitens das Nachladen von Patronen von außerhalb der Waffe.
Dabei kann mit "außerhalb der Waffe" vieles gemeint sein, das geht von einer Patrone, welches einfach auf einem Tisch liegt über eine in der eigenen Westentasche über Patronen die in den Tragegurt besteckt wurden.

Erstere also Waffen bei denen keine Patrone von außen zugeführt wird, nennt man Mehrlader. Diese Art hat ein Magazin in das man vorher einige Patronen einführt - dabei ist es egal, ob man das Magazin abnehmen kann oder nicht.

Zweite sind lediglich in der Lage eine einzige Patronen aufzunehmen, diese wird direkt in die Verschlussbahn gelegt. Danach wird die Waffe per Repetierbewegung geschlossen und ist nach dem entsichern feuerbereit. Ist die Patrone verschossen, öffnet per man Repetierbewegung die Waffe und entfern die leere Hülse. Nun muss erneut eine Patrone von außen in die Verschlussbahn gelegt werden. Dies ist die grobe Funktion eines Einzelladers.

Der Mehrlader hingegen, also erstere Art, hingegen oder eher dessen Magazin wird mit mehreren Patronen geladen. Auch hier repetiert man die Waffe, dabei wird beim Repetiervorgang automatisch die oberste Patrone in die Verschlussbahn befördert - am Ende der Repetierbewegung ist die Waffe geschlossen und feuerbereit. Nachdem die Patrone verschossen ist, muss man nicht die ganze Waffe von außen neu nachladen, sondern lediglich erneut Repetieren.

Nachladen - kann also auf zwei Arten verstanden werden.

Einmal das einbringen neuer Kugeln in die Waffe, durch Befüllen oder Austauschen des Magazins.

oder

Das "Nachladen" einer neuen Kugel aus dem Magazin in die Patronenkammer.

Dabei ist das Wort "Nachladen" hier nicht das Wort der Wahl, weil man es zu schnell mit dem oben beschriebenen Vorgang verwechseln kann. Durchladen, fertigladen oder repetieren sind da präziser.

Erstere nennt man wie gesagt Einzellader, für Zweite gibt es mehrere Begriffe. 

Da wäre der erwähnte Mehrlader, diese assoziiert man jedoch fast ausschließlich mit den Militärgewehren der 1930er Jahre.

Repetierter, ist zwar nicht weniger falsch aber meist wird dieser Begriff gleich mit der dazu passenden Unterart verwendet - Repetiergewehr, Repetierflinte oder genauer Unterhelbelrepetierer, Vorderschaftrepetierer.

Die Letzten beiden Begriffe sind auch schon die im deutschen Sprachraum korrekten Begriffe.

Unterhebelrepetierer, ist im Kern alles, was man mit einem gesondertem Hebel unter der Waffe durchlädt, meist fungiert dieser Hebel gleichzeitig als  Abzugsbügel.

Vorderschaftrepetierer, werden durch das vor und zurück ziehen das vorderen Schaftes durchgeladen.

Dazu kommt noch der, Zylinderverschluss oder Kammerverschluss, mit diesen etwas sperrigen deutschen Wörtern wird das allseits bekannten Repetiergewehr benannt, wenn es denn einen zylinderförmigen Verschluss aufweist. Diese Art wird meist durch einen Kammerstängel repetiert, der erst nach oben geklappt, nach hinten gezogen, wieder nach Vorn gedrückt und anschießend wieder nach Unten geklappt wird. Deswegen auch der noch sperrigere Name - Kammerstengelrepetierer.

Alle Modelle bei denen man selber zwischen den Schüssen nicht bewegen muss, sind Selbstlader oder Schnellfeuerwaffen.

Ich hoffe ich konnte helfen.

18 April 2022

Leserfrage: Wie heißen Gewehre bei denen man nach jedem Schuss manuell nachladen muss?

 Hallo und herzlich Willkommen zu einer sehr guten Leserfrage.

Die Frage Lautet: 

"Wie den Waffen heißen bei denen man nach jedem Schuss einzeln nachladen muss? Besonders bezogen auf Scharfschützengewehre."

Als die Notwendigkeit nach jedem Schuss einen Hebeln an der Waffe zu bedienen, um die nächste Patrone in die Kammer zu transportieren, nennt man Repetieren. Man repetiert eine Patrone in die Kammer.

Deswegen ist auch die Meinung der Meisten, dass solche Waffen - Repetiergewehre heißen im Grunde zwar richtig, aber doch etwas unpräzise. Denn, auch andere Waffen müssen repetiert werden, wie Vorderschaft-Repetierter, oder umgangssprachlich "Pumpguns" oder Unterhebel-Repetierer, wie die M1887. Diese sind ebenfalls Repetierter.

Die richtige Antwort lautet Zylinderverschluss, denn die Patronenkammer wird von einem zylinderförmigen Kolben verschlossen. So gut wie alle manuellen Scharfschützengewehre sind also Zylinderverschlussgewehre oder weniger umständlich Gewehre mit Zylinderverschluss.

Kammerverschluss ist auch richtig, denn es ist per Definition einfach ein synonym für Zylinderverschluss, den nur weniger Leute kennen, den eine verschlossene Kammer, hat so gut wie jede Waffe.

Ein Gradzugverschuss, wie einige Scharfschützengewehre fälschlicherweise bei einigen Videospielen genannt werden, ist etwas anderes. Ein Gradzugverschluss, ist ein Verschluss an dem nur gezogen aber nicht gedreht werden muss. Der Schütze muss also lediglich den Kammerstängel ergreifen nach hinten ziehen und anschließend nach vorne drücken.

Es gibt zwar eine handvoll Gradzugverschluss Gewehre die auch gleichzeitig einen Zylinderverschluss besitzen, diese sind allerdings recht knapp besessen, die einzigen von Bedeutung sind das österreichische Mannlicher 1895, das schweizerische K31 aus den 30er Jahren und das deutsche Präzisionsgewehr Blaser R93 Tactical.

17 April 2022

Sind alle "Shotguns" auch "Pumpguns"?

 Und Willkommen zu einer neunen Folge rund ums Thema "Pumpguns" & "Shotguns".


Mir wurde die Behauptung an den Kopf geworfen, dass da ohne hin fast alle "Pumpguns", die es gäbe, sowie so auch "Shotguns" seien und man deswegen auf eine Unterscheidung verzichten könnte.

Dazu muss man erst mal beide Begriffe ausdröseln. "Shotgun" zusammen gesetzt aus "Shot" und "Gun". "Shot" bedeutet auf deutsch Schrot und bezeichnet viele kleine Kugeln, welche sich zusammen in einer Hülse befinden. Für Gun, gibt es so keine ausreichende Entsprechung im deutschen, da Gun von der Pistole bis zur Kanone alles bezeichnet. Aber der Einfachheit halbe sagen wir hier einfach "Feuerwaffe".
 Leider muss ich euch sagen, dass weder Schrotflinte noch Schrotgewehr, die richtigen Übersetzungen für "Shotgun" sind, da eine "Gun" sowohl eine glatten, als auch einen gezogenen Lauf haben können. Wohingegen Flinte auf einen glatten und Gewehr aus einen gezogenen Lauf hindeutet.

Eine "Shotgun" ist also eine Feuerwaffe, welche Schrotmunition verschießen kann.


Kommen wir zur "Pumpgun", zusammen gesetzt aus "Pump" und dem zuvor erläutertem "Gun". "Pump", steht, wie viele sicher ahnen für Pumpen, also umgangssprachlich für eine gradlinige Repetierbewegung, meist am Vorderschaft der Waffe. Daher auch der deutsche und präzisere Ausdruck "Vorderschaftrepetierer", auch wen dieser etwas sperrig daherkommt.

Jetzt zur ersten indirekten Frage: "Gibt es Shotguns die keine Pumpguns sind?" oder auf deutsch: Gibt es Schrotwaffen, welche keinen Vorderschaftrepetierer sind?

Ja, gibt es, es gibt eine Große Auswahl an doppelläufigen Hinterladern wie zB. Bockflinten. Außerdem gibt es  moderne militärische Selbstladegewehre, welche Shrotmunition verschießen könne, wie USAS12 oder AA12, welche mit einem an der Seite bzw. auf dem Gehäusedeckel mit einem Kammerstängel Repetiert werden.

Jetzt zur entscheidenden Frage: "Gibt es auch Pumpguns, die keine Shotguns sind?" oder auf deutsch: Gibt es auch Vorderschaftrepetierer, welche keine Schrotwaffen sind?

Ja, diese gibt es ebenfalls, es gibt eine ganze Reihe von nicht schrotfähigen Vorderschaftrepetierer, wie  die berühmte Colt Lightning in nicht schrotfähigen Pistolen und Gewehrkalibern. Außerdem gibt es aufgrund lokaler gesetzlicher Beschränkungen, eine ganze weitere Reihe von Vorderschaftrepetierer in Kalibern von .22lfB (lr) bis 7,62x51mm ( .308 ) vor allem für die Jagt. Es gibt sogar eine Kalaschnikow-Version, welche serienmäßig zum Vorderschaftrepetierer umgebaut wurde, Link.

Wir lernen also, die Begriffe "Pumpgun" - "Shotgun" meinen etwas völlig anderes und sollten deswegen weder gleich gesetzt, noch vertauscht werden.